Unsere Schaufenster

Auf dieser Seite präsentieren wir Ihnen unsere aktuellen Schaufensterausstellungen. Weitere Hintergrundinformationen zu den Themen haben wir für Sie zusammengestellt und erhalten Sie jederzeit bei einem persönlichen Besuch in unserer jeweiligen Filiale.

Filiale Stuttgart-Mühlhausen

Die Gotik

um 1250
Mittelalterliche Einteilung der "freien Künste" in "Trivium" (Grammatik, Rhetorik, Dialektik) und "Quadrivium" (Musik, Astronomie, Arithmetik, Geometrie).

1254
Hofkaplan Robert de Sorbon gründet in Paris die Theologenschule, die ab dem 14. Jh. nach ihm Sorbonne genannt wird.

um 1260
Die alchimistische Theorie vom "Stein der Weisen", der zufolge nach die Metalle aus Quecksilber, Schwefel und Salz bestehen und sich ineinander umwandeln lassen.

1275
Marco Polo reist nach China und gelangt nach Peking.

um 1300
Neue Erfindungen und Berufe: Apotheker in Deutschland, Brillen, Räderuhr und Hemmrad in Italien, Glasfenster finden Verbreitung, der Trittwebstuhl wird erfunden. In Brügge werden die ersten Massen veranstaltet, Antwerpen, Lyon und Genf werden wichtige Handelsstädte und politische Zentren.

1302
Papst Bonifaz VIII. verkündet in seiner Bulle "Unam sanctam" den päpstlichen Weltherrschaftsanspruch.

1309
Papst Klemens V. verlegt den Papstsitz nach Avignon. Damit beginnt die sogenannte "Babylonische Gefangenschaft der Kirche".

1311
Dante arbeitet an der Göttlichen Komödie.

1318
In Venedig wird ein Gesetz zur Geldüberschreibung (Giro) erlassen und damit ein neues Zahlungssystem entwickelt.

1339-1453
Hundertjähriger Krieg zwischen Frankreich und England. Jeanne d'Arc besiegt vor Orléans die englischen Truppen und erreicht die Krönung Karls VII. zum König von ganz Frankreich (1429). Sie selbst wird in englischer Gefangenschaft als Hexe verbrannt (1431).

1347
Ausbruch der Pest in Europa.

um 1350
Teilung des englischen Parlaments in Ober- (House of Lords) und Unterhaus (House of Commons), das das Petitionsrecht erhält.

1353
Boccaccio vollendet seine Novellensammlung "Decamerone".

1356
In der "Goldenen Bulle" von Prag bestätigt Kaiser Karl IV. den sieben deutschen Kurfürsten das Recht zur ausschließlichen Königswahl. Die Einmischung des Papstes wird abgelehnt.

1370
Der Friede von Stralsund festigt die Entwicklung und Vormachtstellung der Deutschen Hanse.

1378-1417
Die Papstmacht wird weiter geschwächt durch das große Schisma mit Gegenpäpsten in Avignon und Rom.

1410
In der Schlacht bei Tannenberg besiegen die Polen den deutschen Ritterorden.

1415
Der tschechische Reformator Johann Hus wird als Ketzer verbrannt.

1445
Johann Gutenberg aus Mainz entwickelt den Buchdruck mit beweglichen Lettern.

1447
Die vatikanische Bibliothek wird gegründet.

1481
Einführung der Inquisition in Spanien.

1492
Christoph Columbus entdeckt Amerika. Martin Behaim entwirft den ersten Globus.

Der Name "Gotik" wurde erst in der Renaissance von dem italienischen Baumeister, Maler und Kunstschriftsteller Giorgio Vasari (1511 bis 1574) geprägt und hatte zunächst eine abwertende Bedeutung. Das Gotische wurde mit dem Barbarischen gleichgesetzt im Gegensatz zur klassischen antiken Kunst, der man den höchsten Stellenwert einräumte. Die "barbarischen (West-)Goten" hatten nach Auffassung Vasaris das Römische Reich gestürzt. Und noch bis zum Jahr 1800 galt die Gotik als Inbegriff schlechten Stils. Heute spielt der Begriff hauptsächlich in der Architektur eine große Rolle, denn die bedeutendsten Sakralbauten wurden in der Gotik errichtet. Doch auch in der Tafel-, Wand-, Glas- und Buchmalerei, Plastik-, Holzschnitz- und Goldschmiedekunst, Musik, Schrift, Sprache, Mode und bei den Möbeln haben sich gotische Stilmerkmale ausgeprägt, oder nahmen begrifflichen Bezug.

Der Übergang zwischen Romanik (750 – 1250) und Gotik (1130-1500) vollzog sich, wie schon die zeitlichen Zuordnungen verraten, fließend. Die Gotik entstand um 1150 in Nordfrankreich (Île de France, Paris) und verbreitete sich von dort über ganz Europa, wobei sich in den einzelnen Ländern spezifische gotische Stile entwickelten. Besonders in Deutschland, Italien, England und Spanien finden wir individuell gestaltete Bauwerke.  Im 15. Jahrhundert löste die Renaissance (1420-1620) zunächst in Italien die Gotik ab. Die imposantesten gotischen Bauwerke sind die Kathedralen. Sie gelten als Inbegriff gotischer Architektur.

Baukunst

Während die Kirchengebäude der Romanik breiter, erdgebundener und mit Rundbögen konzipiert wurden, sind für die Sakralbauten der Gotik die mächtige Raumhöhe und spitz zulaufende Bögen charakteristisch. Die ehemals geschlossenen Wände als Schutz gegen das " Böse" von außen, werden in der Gotik durch Fensterreihen durchbrochen. Es werden Helligkeit und eine großzügigere Raumaufteilung angestrebt. Dazu werden Verzierungen durch Dienste, Rippen, Strebewerke, Maßwerk, Wimperge und Fensterrosen einbezogen. Die Kreuzrippe trägt das Gewölbe und leitet den Gewölbedruck zu den Pfeilern, die durch das nach außen verlegte Strebewerk von Strebebögen und Strebepfeilern gestützt werden. Im Kirchenraum vereinigen sich die Pfeiler mit den die Rippen aufnehmenden Dienste zu Bündelpfeilern. Statisch werden Mauern weitestgehend überflüssig. Der Chor ist oft durch einen Chorumgang mit Kapellenkranz erweitert. Der Chorraum wird als wichtiges kultisches Zentrum entdeckt und aufgewertet. Ein dreiteiliger Laufgang, das Triforium, durchbricht oft die Wand zwischen Bogenstellungen und Fenstern.
Außen wird die Westschauseite durch reiche Gliederung und mächtig emporstrebende Türme betont. Fialen krönen die Strebepfeiler, Kreuzblumen, die mit Krabben geschmückten Türme, Wimperge und Fialen.
In der Früh- und Hochgotik wurde der Raum in Höhe und Tiefe so gegliedert, dass der Besucher die einzelnen Abschnitte nacheinander entdeckt (Basilika). In der Spätgotik gestaltete man den Raum als ruhende Einheit, die von jedem Standpunkt aus erfasst werden konnte (Hallenkirche).
Klöster, Schlösser, Burgen, später auch Rat- und Bürgerhäuser übernahmen die Formen der kirchlichen Baukunst.

Religiöser Hintergrund

Die gotische Bauweise ist jedoch nicht nur aus rein architektonischen Überlegungen entstanden. Dahinter steht religiöse Symbolik. Die Säulen und Pfeiler entsprechen den Aposteln und Propheten, die den christlichen Glauben tragen, Jesus ist der Schlussstein, der eine Mauer mit der anderen verbindet.

Filiale Stuttgart-Wangen

Glocken

Wer nur eine Glocke hört,
hört auch nur einen Ton.
Französisches Sprichwort

Glocken – Kirchenglocken – Kuhglocken – Türglocken – Friedensglocken – Totenglocken – Weihnachtsglöckchen – Glockenspiel – Schillers „Lied von der Glocke“ – Alarmglocken – Rezeptionsglocken – Schiffsglocken - Tischglocken - Bim-Bam-Bim-Bam-Bim-Bam ...

Glocken sind Schallgeräte, die durch das Anschlagen mit einem Klöppel zum Tönen gebracht werden. Glocken werden aus Gussbronze oder Stahlguss mit sehr großem Materialaufwand hergestellt.

Glocken werden von hochqualifizierten Fachleuten in enorm aufwendigen Verfahrensschritten in Spezialbetrieben, so genannten Glockengießereien angefertigt.

Friedrich Schiller beschreibt den Glockenguss in seiner berühmten vielstrophigen Ballade „Das Lied von der Glocke“, in dem er nicht nur die erforderliche Meisterschaft, die Komplexität und die Gefahren dieses Handwerks ehrend hervor hebt, sondern ganz klar formuliert, wem und welchem Zweck Glocken in erster Linie dienen: der höheren Ehre Gottes.

Von der Stirne heiß
rinnen muss der Schweiß
soll das Werk den Meister loben.
Doch der Segen kommt von oben.“

Fast alle Kirchen haben Glockentürme, in denen mehrere zu einander gestimmte Glocken (das Geläute) hoch oben aufgehängt sind und zu festgelegten Stunden in Betrieb gesetzt werden – heute mittels elektronischer Steuerung, früher über Seile durch den so genannten Glöckner („Der Glöckner von Notre Dame“ Paris), um zum Gottesdienst zu rufen oder an bestimmte, um die jeweilige Tageszeit zu verrichtende Gebete zu erinnern (z.B. das Angelus-Läuten – morgens, mittags und abends).

In früheren Zeiten, als noch nicht jeder Mensch eine Uhr bei sich trug, hatten die Glockensignale die wichtige Funktion der täglichen Zeiteinteilung: Arbeit, Pausen, Gebete, Kirchgang; aber sie meldeten mit ihrem weit über das Land schwebenden Klang auch besondere Ereignisse: Tod und Beisetzung eines Menschen, Ausbruch eines Feuers, Schiffbruch, Hochwassergefahr, heran nahende feindliche Truppen usw.

Besonders in Italien bewundern wir die Architektur der frei neben den eigentlichen Kirchenbauten stehenden Glockentürme aus der romanischen Epoche.

Ein solcher Glockenturm heißt im Italienischen Campanile (von la campana = die Glocke). Der wohl bekannteste Campanile der Welt ist der Schiefe Turm von Pisa (la torre pendente) auf dem dortigen Campo Santo-Gelände.

Die Große Glocke auf dem Turm des Stephansdoms in Wien wiegt 19,8 Tonnen, die Hauptglocke der Peterskirche in Rom ist 15,7 Tonnen schwer, und die größte deutsche Glocke, die des Kölner Doms wiegt rund 25 Tonnen.

Als Glockenspiel bezeichnet man die Zusammenstellung aufeinander abgestimmter Glocken, die sich ebenfalls oft auf Kirchtürmen finden; in ihrer reizvollsten Form – nämlich mit einem Reigen künstlerisch gestalteter, oft symbolträchtiger Figuren, die sich während der Dauer des Läutens durch eine Mechanik vom Inneren des Turms nach außen bewegen – kann man Glockenspiele auch auf profanen Bauten, auf Rathaustürmen und mittelalterlichen Stadt- und Markttürmen beobachten.

Wenn die Kühe der Alpenregionen für die Sommerzeit auf die Almen gebracht werden, bekommen sie große, wohltönende Glocken an prächtig verzierten Lederbändern um den Hals gehängt, wodurch sie zum einen ihrem Besitzer zugeordnet werden können und zweitens, falls sie sich im Gebirge verirren sollten, leichter wieder aufzuspüren sind.

Filiale Remseck-Aldingen

Klerikale Gewänder – die Amtstracht der Bischöfe und Priester

Katholische Geistliche tragen – wie die Priester, Mönche und spirituellen Würdenträger aller anderen Religionen auch – in Ausübung ihrer gottesdienstlichen und seelsorgerischen Funktionen ganz besondere Kleidungsstücke, die mit dem neulateinischen Wort Paramente bezeichnet werden. Als Paramente werden nicht nur die liturgischen Gewänder benannt, sondern auch Kanzel- und Altarbehänge sowie kultische Gebrauchsgegenstände. Liturgie ist der Fachausdruck für das geordnete gottesdienstliche Handeln in den christlichen Konfessionskirchen (ohne die Predigt); er leitet sich vom griechischen leiturgia ab, was wörtlich „Dienst am Volk“ bedeutet!
Die liturgischen Obergewänder und Amtsinsignien der römisch-katholischen Priester sind meist aus Seide hergestellt und haben eine ganz eigene Symbolik und Aussage. Kultur- und kostümgeschichtlich gehen die klerikalen Gewänder auf die Männerkleidung der römischen Antike zurück, ganz besonders auf die orientalisch beeinflusste Mode am byzantinischen Kaiserhof (Byzanz = Ostrom = Konstantinopel: Um das Jahr 300 n. Chr. erhob der römische Kaiser Konstantin die Stadt Byzanz, das heutige Istanbul, zur zweiten Hauptstadt des Römischen Reiches und benannte sie nach seinem Namen Konstantinopel).
Wie die prächtigen Trachten des Hochadels am Bosporus, die Bekleidung der frühchristlichen Heiligen und der Bischöfe und Priester aussahen wissen wir von den Mosaik-Darstellungen, deren schönste wir heute noch in Ravenna und Istanbul bewundern können.
Die Paramente des römischen Ritus tragen bis heute die antiken Namen: Kasel, Pluviale, Dalmatika, Tunizella, Stola, Manipel; man rechnet auch Bursa, Velum und Gremiale hinzu. Bischöfe tragen zusätzlich die so genannten Pontifikalien, das sind Mitra, Handschuhe, Strümpfe und Pontifikalschuhe. Erzbischöfe erhalten meist das Pallium; der Papst trägt u.a. den Fanone, einen kragenförmigen Amikt. Außerdem werden im weiteren Sinn die Wäschestücke Alba, Chorrock, Rochett, Zingulum, Amikt, Altartücher, Korporale, Palla und Purifikatorium.
Papst Sylvester bestimmte 320 n. Chr. die Dalmatika – eine kreuzförmige Ärmeltunika, die aus der römischen Provinz Dalmatia stammte - zum Amtskleid der Diakonen; die Kasel ist das Messgewand, das auf den römische Reisemantel mit Kapuze zurück geht. Die Kapuze auf dem Rücken des Messgewandes verkleinerte sich zu einem gestickten Schild, hatte also nur noch schmückenden Charakter. Zur kirchlichen Tracht gehörte ferner ein langes gewebtes Wollband, das Pallium. Durch eine Sprachverschiebung ging die Bezeichnung für den großen römischen Mantel auf dieses Band über. Der ursprünglich in der kirchlichen Amtskleidung erhalten gebliebene griechisch-römische Faltenreichtum verlor sich nach und nach. Die Gewänder erstarrten unter dem strotzenden Schmuck, den stilisierten Blumen und den geometrischen Formen, die mit Goldfäden und Edelsteinen aufgesetzt wurden; die Gestalt des Trägers wirkte wie in einen kostbaren Schrein gezwängt, aus dem nur Arme und Kopf heraus ragten. Die Stola ist ein bandförmiges Ornatstück, das als Abzeichen jeder priesterlichen Tätigkeit überhaupt gilt; im Nacken ist die Stola mit einem Kreuz verziert.

Die liturgischen Gewänder unterliegen seit 1570 (Missale von Papst Pius V.) einer festen Farbenregel; bis ins Mittelalter hatte man sich eher nach dem zivilen römischen Brauch orientiert: Weiß wurde als Festfarbe bevorzugt, dunklere Ornate waren Ausdruck für Buße und Trauer, und die Kostbarkeit der Stoffe und der Gestaltung übertraf die Bedeutung der Farben.
Der römische Ritus kennt heute die Hauptfarben weiß, rot, grün, violett, schwarz und als Nebenfarbe von violett rosa. Weiß gilt als Farbe des Herrn, der Muttergottes und der Nicht-Märtyrerheiligen. Rot steht für den Heiligen Geist und die Märtyrer und wird auch als Königsfarbe bei der Palmprozession getragen. Grün ist die Farbe für die Sonntage und Ferialtage das Jahr hindurch. Violett ist den Bußzeiten und Bittgottesdiensten vorbehalten, schwarz für Karfreitag und Totengottesdienste. Rosa ist für den 3. Adventsonntag und den 4. Fastensonntag vorgesehen. Maßgebend ist die Hauptfarbe eines Gewandes. Gold darf – in Erinnerung an die ehemals überwiegende Bedeutung der Kostbarkeit des Stoffes – an Stelle von weiß, rot und grün verwendet werden; Silber kann weiß ersetzen.

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