Unsere Schaufenster Archiv

Auf dieser Seite präsentieren wir Ihnen unsere aktuellen Schaufensterausstellungen. Weitere Hintergrundinformationen zu den Themen haben wir für Sie zusammengestellt und erhalten Sie jederzeit bei einem persönlichen Besuch in unserer jeweiligen Filiale.

Filiale Stuttgart-Mühlhausen

Klerikale Gewänder – die Amtstracht der Bischöfe und Priester

Katholische Geistliche tragen – wie die Priester, Mönche und spirituellen Würdenträger aller anderen Religionen auch – in Ausübung ihrer gottesdienstlichen und seelsorgerischen Funktionen ganz besondere Kleidungsstücke, die mit dem neulateinischen Wort Paramente bezeichnet werden. Als Paramente werden nicht nur die liturgischen Gewänder benannt, sondern auch Kanzel- und Altarbehänge sowie kultische Gebrauchsgegenstände. Liturgie ist der Fachausdruck für das geordnete gottesdienstliche Handeln in den christlichen Konfessionskirchen (ohne die Predigt); er leitet sich vom griechischen leiturgia ab, was wörtlich „Dienst am Volk“ bedeutet!
Die liturgischen Obergewänder und Amtsinsignien der römisch-katholischen Priester sind meist aus Seide hergestellt und haben eine ganz eigene Symbolik und Aussage. Kultur- und kostümgeschichtlich gehen die klerikalen Gewänder auf die Männerkleidung der römischen Antike zurück, ganz besonders auf die orientalisch beeinflusste Mode am byzantinischen Kaiserhof (Byzanz = Ostrom = Konstantinopel: Um das Jahr 300 n. Chr. erhob der römische Kaiser Konstantin die Stadt Byzanz, das heutige Istanbul, zur zweiten Hauptstadt des Römischen Reiches und benannte sie nach seinem Namen Konstantinopel).
Wie die prächtigen Trachten des Hochadels am Bosporus, die Bekleidung der frühchristlichen Heiligen und der Bischöfe und Priester aussahen wissen wir von den Mosaik-Darstellungen, deren schönste wir heute noch in Ravenna und Istanbul bewundern können.
Die Paramente des römischen Ritus tragen bis heute die antiken Namen: Kasel, Pluviale, Dalmatika, Tunizella, Stola, Manipel; man rechnet auch Bursa, Velum und Gremiale hinzu. Bischöfe tragen zusätzlich die so genannten Pontifikalien, das sind Mitra, Handschuhe, Strümpfe und Pontifikalschuhe. Erzbischöfe erhalten meist das Pallium; der Papst trägt u.a. den Fanone, einen kragenförmigen Amikt. Außerdem werden im weiteren Sinn die Wäschestücke Alba, Chorrock, Rochett, Zingulum, Amikt, Altartücher, Korporale, Palla und Purifikatorium.
Papst Sylvester bestimmte 320 n. Chr. die Dalmatika – eine kreuzförmige Ärmeltunika, die aus der römischen Provinz Dalmatia stammte - zum Amtskleid der Diakonen; die Kasel ist das Messgewand, das auf den römische Reisemantel mit Kapuze zurück geht. Die Kapuze auf dem Rücken des Messgewandes verkleinerte sich zu einem gestickten Schild, hatte also nur noch schmückenden Charakter. Zur kirchlichen Tracht gehörte ferner ein langes gewebtes Wollband, das Pallium. Durch eine Sprachverschiebung ging die Bezeichnung für den großen römischen Mantel auf dieses Band über. Der ursprünglich in der kirchlichen Amtskleidung erhalten gebliebene griechisch-römische Faltenreichtum verlor sich nach und nach. Die Gewänder erstarrten unter dem strotzenden Schmuck, den stilisierten Blumen und den geometrischen Formen, die mit Goldfäden und Edelsteinen aufgesetzt wurden; die Gestalt des Trägers wirkte wie in einen kostbaren Schrein gezwängt, aus dem nur Arme und Kopf heraus ragten. Die Stola ist ein bandförmiges Ornatstück, das als Abzeichen jeder priesterlichen Tätigkeit überhaupt gilt; im Nacken ist die Stola mit einem Kreuz verziert.

Die liturgischen Gewänder unterliegen seit 1570 (Missale von Papst Pius V.) einer festen Farbenregel; bis ins Mittelalter hatte man sich eher nach dem zivilen römischen Brauch orientiert: Weiß wurde als Festfarbe bevorzugt, dunklere Ornate waren Ausdruck für Buße und Trauer, und die Kostbarkeit der Stoffe und der Gestaltung übertraf die Bedeutung der Farben.
Der römische Ritus kennt heute die Hauptfarben weiß, rot, grün, violett, schwarz und als Nebenfarbe von violett rosa. Weiß gilt als Farbe des Herrn, der Muttergottes und der Nicht-Märtyrerheiligen. Rot steht für den Heiligen Geist und die Märtyrer und wird auch als Königsfarbe bei der Palmprozession getragen. Grün ist die Farbe für die Sonntage und Ferialtage das Jahr hindurch. Violett ist den Bußzeiten und Bittgottesdiensten vorbehalten, schwarz für Karfreitag und Totengottesdienste. Rosa ist für den 3. Adventsonntag und den 4. Fastensonntag vorgesehen. Maßgebend ist die Hauptfarbe eines Gewandes. Gold darf – in Erinnerung an die ehemals überwiegende Bedeutung der Kostbarkeit des Stoffes – an Stelle von weiß, rot und grün verwendet werden; Silber kann weiß ersetzen

 

Filiale Stuttgart-Wangen

Vom Sargtischler zum modernen Dienstleister im High-Tech-Betrieb

Die Aufgabe des Bestatters gehört zu den ältesten Berufen der Menschheit.
Für die in Zentraleuropa am weitesten verbreitete Beisetzungsform, die Erdbestattung im Sarg, ist der aufwendigste Teil die Herstellung der Holzkiste gewesen.
Aus diesem Grund war über Jahrhunderte der Beruf des Bestatters eng mit dem des Tischlers verbunden. Eine Personalunion, die lange ihren Sinn hatte.
In der modernen, bürokratisierten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts hat sich das Berufsbild des Bestatters grundlegend verändert.
Der Bestatter hat sich vom Handwerker zum juristisch kompetenten Kaufmann mit psychologischer Ausbildung und einem ausgeprägten Organisationstalent entwickelt.
Das umfangreiche Leistungsspektrum des modernen Bestatters sucht in unserer Gesellschaft seinesgleichen.
Der Bestatter erledigt die immer aufwendiger werdenden Formalitäten, er leistet Trauerhilfe, er ermöglicht den Hinterbliebenen jeden Wunsch zur individuellen Zeremonie und Abschiednahme, er betreut die Angehörigen mit seiner qualifizierten Ausbildung, in einer ihrer schwersten Stunden.
Die Herstellung des Sargs ist ein Punkt, mit dem der moderne Bestatter nichts mehr zu tun hat.
Der Werkstoff Holz ist das älteste Baumaterial der Menschen.
Seit Jahrmillionen fertigt der Mensch Alltagsgegenstände, Werkzeuge, Möbel und Behausungen aus diesem natürlichen Rohstoff.
Holz und seine Verarbeitung durch hochqualifizierte Handwerker, gerade heute in unserer Individual-Gesellschaft, ist immer noch das wichtigste Material des täglichen Lebens.
Kein Material bietet so große Vielfalt in Farbe, Härte und in Verwendungsmöglichkeiten.
Die hochwertige Verarbeitung des ökologischen Materials Holz zu Produkten des Alltags, die den Menschen ein Leben lang begleiten, gehört zu den Grundlagen der Menschheit.

 

Filiale Remseck-Aldingen

Die Päpste

Das Wort Papst kommt vom lateinischen papa und bedeutet „Vater“. Es ist der Titel des Bischofs von Rom als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche. Der Papst gilt als Stellvertreter Christi auf Erden und ist Inhaber der Binde- und Lösegewalt. Nach katholischer Lehre wurde das Papstamt durch Jesus selbst mit den in Matthäus 16, 18 überlieferten Worten begründet: „Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.“
Durch diese Beauftragung des Hl. Petrus und sein Wirken in Rom entstanden Kirche und Papsttum, und sein Amt ist von ihm auf die römischen Bischöfe übergegangen. Es ist überliefert, dass Petrus zur Zeit des Kaisers Nero sein Martyrium erlitt, indem er mit dem Kopf nach unten gekreuzigt wurde. Er wurde auf dem Vatikanischen Hügel begraben, wo sich die ihm gewidmete Basilika – der Petersdom – erhebt.
Im Jahre 311 hatte Kaiser Konstantin durch das Edikt von Mailand die christliche Religion den anderen Kulten des Reiches gleich gestellt, wodurch er den Christen die Errichtung und Nutzung öffentlicher Andachtsstätten ermöglichte. Im Jahre 326 stiftete er durch Schenkungen Gelände bzw. Bausubstanz für die beiden wichtigsten Sakralbauten der Päpste und der katholischen Christenheit: Alt-St. Peter und S. Giovanni in Laterano. Letztere ist noch heute die formelle Domkirche Roms, die Kathedrale des Papstes in seiner Eigenschaft als Bischof von Rom. Die Päpste ließen sich erst nach der Rückkehr aus dem Exil in Avignon in St. Peter und im Vatikan nieder. An der Fassade der Lateranbasilika ist das kirchenrechtlich noch immer gültige Selbstverständnis der Päpste und der römischen Kirche in stolzen Worten zu lesen: „Omnium urbis et orbis ecclesiarum mater et caput“ – Der ganzen Stadt und des ganzen Erdkreises Kirchen Mutter und Haupt. Nur sie allein von allen Kirchen der Welt gilt als „Erbin der Würde und Heiligkeit des Tempels zu Jerusalem“.
Die drittwichtigste der römischen Patriarchalbasiliken ist S. Paolo fuori le mura – St. Paul vor den Mauern -, die eine für die Geschichte der Päpste relevante Besonderheit enthält: Oberhalb der ersten Ordnung der Schiffe ist eine ununterbrochene Reihe von Medaillons angebracht, die in Mosaiktechnik die Porträtdarstellungen aller Päpste, von Petrus bis zum heutigen Heiligen Vater, enthalten. Dieses chronologische Bilderfries stellt für Pilger und Touristen eine faszinierende Attraktion dar. Die berühmte Stadt Siena in der Toscana, die sich selbst als das zweite Rom empfindet, hat in ihrem Dom die Idee einer Papstgalerie übernommen. Das Poster unserer Dekoration gibt die Bildnisse der seit 2000 Jahren amtierenden Päpste wider, nennt ihre Namen und Amtszeiten.
Die Mitra (griechisch: „Binde“) bezeichnete in der römischen Antike das Haarband der Frauen; im alten Orient war sie die Königsmütze der Perser, Assyrer und Babylonier, und in der katholischen Kirche ist sie bis heute die Insignie der Bischöfe, also auch der Bischöfe von Rom, der Päpste. Bei feierlichen Anlässen trägt der Papst an Stelle der Mitra die Tiara, die dreifache Krone des Papstes mit Reichsapfel und Kreuz.
Zwei Wochen nach dem Tod eines Papstes tritt das so genannte Konklave zusammen. Das ist die Bezeichnung für die zur Papstwahl zusammen gekommene Kardinalsversammlung. Ursprünglich wurde so der abgeschlossene Raum genannt, in dem die Wahl eines Papstes stattfindet. Kann einer der Kandidaten in einem Wahlgang die erforderliche Stimmenmehrheit nicht auf sich vereinigen, werden die Stimmzettel zusammen mit nassem Stroh verbrannt, so dass aus einem bestimmten Schornstein, der vom Petersplatz aus gut sichtbar ist, schwarzer Rauch aufsteigt und den Wartenden das Scheitern eines Wahlgangs signalisiert. Ist die Papstwahl erfolgreich, steigt weißer Rauch auf, und den Gläubigen und der Welt wird von einem Balkon auf lateinisch verkündet: „Papam habemus“ – „Wir haben einen (neuen) Papst!

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